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Interchange++ Preismodell
Das Interchange++ Preismodell (auch IC++ genannt) ist das transparenteste Gebührenmodell für Kartenzahlungen. Es schlüsselt die Transaktionskosten in ihre drei Bestandteile auf, sodass du als Händler genau siehst, wofür du zahlst.
Aufbau von Interchange++
Jede Kartenzahlung setzt sich bei Interchange++ aus drei klar getrennten Komponenten zusammen:
- Interchange-Gebühr: Der Anteil, der an die kartenausgebende Bank geht (z. B. 0,2% bei Debit, 0,3% bei Kreditkarten)
- Scheme Fee: Die Gebühr des Kartennetzwerks (Visa, Mastercard), meist 0,02-0,10%
- Acquirer-Marge: Der Aufschlag deines Zahlungsdienstleisters, z. B. 0,10% + 0,07 Euro pro Transaktion
Du siehst also exakt, welcher Betrag an wen fließt.
Vorteile von Interchange++
- Volle Transparenz: Keine versteckten Aufschläge, jede Komponente ist nachvollziehbar
- Niedrigste Gesamtkosten: Besonders bei Girocard-Zahlungen profitierst du von den niedrigen Interchange-Sätzen
- Faire Abrechnung: Du zahlst die tatsächlichen Kosten plus eine fixe Marge
Interchange++ vs. Blended Rate
Im Gegensatz zum Interchange++ Modell bietet eine Blended Rate einen einheitlichen Prozentsatz für alle Kartenarten. Bei einer Blended Rate von z. B. 1,39% zahlst du für eine Girocard-Transaktion deutlich mehr als nötig, weil der Anbieter die günstigen Interchange-Sätze nicht weitergibt. Beim Interchange++ Modell würdest du für dieselbe Girocard-Zahlung nur circa 0,3-0,4% zahlen.
Der Nachteil: Die Abrechnung ist komplexer und weniger vorhersehbar, da die Gebühr je nach Kartentyp schwankt.
Ab wann lohnt sich Interchange++?
Das Interchange++ Modell lohnt sich in der Regel ab einem Monatsumsatz von circa 10.000 Euro. Ab diesem Volumen überwiegt die Ersparnis gegenüber einer Blended Rate den höheren Verwaltungsaufwand. Besonders wenn ein Großteil deiner Kunden mit Girocard zahlt, sparst du mit IC++ erheblich beim Disagio.


