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Blended Rate
Eine Blended Rate (auch Pauschalgebühr oder Mischkalkulation) ist ein Gebührenmodell, bei dem du als Händler einen festen Prozentsatz für jede Kartenzahlung zahlst -- unabhängig davon, ob dein Kunde mit Girocard, Debitkarte oder Kreditkarte bezahlt.
Wie funktioniert die Blended Rate?
Der Zahlungsdienstleister kalkuliert intern die durchschnittlichen Kosten aller Kartentypen und bietet dir einen einheitlichen Satz an. Die einzelnen Gebührenkomponenten (Interchange, Scheme Fee, Acquirer-Marge) werden nicht aufgeschlüsselt.
Beispiele bekannter Anbieter
- SumUp: 0,95% (Girocard) / 1,39% (Kreditkarte)
- Zettle: 0,95% (Girocard) / 2,75% (Kreditkarte)
- myPOS: ab 0,90% (Girocard) / 1,30% (Kreditkarte)
Manche Anbieter nutzen eine echte Blended Rate mit einem einzigen Satz für alle Karten, andere differenzieren zumindest zwischen Debit und Kredit.
Vorteile der Blended Rate
- Einfach und vorhersehbar: Du weißt genau, was jede Transaktion kostet
- Keine Überraschungen: Keine schwankenden Gebühren je nach Kartentyp
- Schneller Einstieg: Kein komplizierter Vertrag mit individueller Kalkulation nötig
Nachteile der Blended Rate
- Teurer bei Girocard: Da Girocard-Transaktionen intern nur etwa 0,2% kosten, verdient der Anbieter bei 0,95% oder 1,39% deutlich mit
- Keine Transparenz: Du siehst nicht, wie sich die Gebühr zusammensetzt
- Bei hohem Umsatz nachteilig: Ab einem gewissen Volumen zahlst du insgesamt mehr als nötig
Blended Rate vs. Interchange++
Beim Interchange++ Modell siehst du jede Gebührenkomponente einzeln. Das ist transparenter und bei höherem Umsatz meist günstiger. Die Blended Rate eignet sich dagegen besonders für kleine Unternehmen mit wenigen Transaktionen, die Wert auf einfache Kalkulation legen und keinen hohen Girocard-Anteil haben.
Ab circa 10.000 Euro Monatsumsatz lohnt es sich, die Blended Rate mit einem Interchange++ Modell zu vergleichen und die tatsächliche Ersparnis beim Disagio zu berechnen.


