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Acquiring-Vertrag
Ein Acquiring-Vertrag ist die vertragliche Grundlage zwischen einem Händler und einem Acquirer, die es dem Händler ermöglicht, Kartenzahlungen zu akzeptieren. Ohne diesen Vertrag kann kein Geschäft Kreditkarten, Debitkarten oder Girocard-Zahlungen entgegennehmen.
Was regelt ein Acquiring-Vertrag?
Der Vertrag legt alle wesentlichen Bedingungen für die Zahlungsabwicklung fest:
- Gebühren: Transaktionsgebühren (Disagio), monatliche Fixkosten und eventuelle Zusatzgebühren
- Akzeptierte Kartenarten: Welche Kartensysteme (Visa, Mastercard, Girocard, Amex) du annehmen darfst
- Auszahlungsfristen: Wann du das Geld auf deinem Konto erhältst (z. B. nächster Werktag oder nach 2-3 Tagen)
- Haftung: Regelungen zu Rückbuchungen (Chargebacks), Betrug und Streitfällen
- Vertragslaufzeit und Kündigung: Dauer der Bindung und Fristen
Direktes Acquiring vs. PSP-Modell
Direktes Acquiring
Beim direkten Acquiring schließt du als Händler einen eigenen Vertrag mit einem Acquirer ab. Du bekommst eine individuelle Händler-ID und verhandelst deine Konditionen selbst. Das lohnt sich vor allem bei hohem Umsatzvolumen, da du bessere Gebühren aushandeln kannst.
PSP-Modell
Bei einem Payment Service Provider (z. B. SumUp, Stripe oder Zettle) bist du Teil eines Sammelvertrags. Der PSP hat den Acquiring-Vertrag mit der Bank und bündelt viele Händler darunter. Das macht den Einstieg einfacher und schneller, bietet aber weniger Verhandlungsspielraum.
Worauf du achten solltest
- Versteckte Gebühren: Prüfe Autorisierungsgebühren, PCI-Compliance-Gebühren und Auszahlungskosten
- Kündigungsfristen: Achte auf automatische Vertragsverlängerung
- Kartenakzeptanz: Stelle sicher, dass alle Kartenarten abgedeckt sind, die deine Kunden nutzen
- Auszahlungsrhythmus: Tägliche Auszahlung verbessert deine Liquidität



