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Debitkarte
Eine Debitkarte ist ein bargeldloses Zahlungsmittel, bei dem der Zahlungsbetrag direkt oder zeitnah vom verknüpften Girokonto abgebucht wird. Im Gegensatz zur Kreditkarte gibt es keinen Kreditrahmen – du kannst nur über dein vorhandenes Guthaben und gegebenenfalls deinen Dispokredit verfügen.
Girocard als deutsche Debitkarte
Die Girocard (umgangssprachlich EC-Karte) ist das bekannteste Debitkartensystem in Deutschland. Sie wird von der Deutschen Kreditwirtschaft betrieben und ist mit über 100 Millionen ausgegebenen Karten das meistgenutzte bargeldlose Zahlungsmittel im Land. Die Girocard funktioniert jedoch nur im nationalen Girocard-Netz und benötigt für den Auslandseinsatz ein Co-Badging.
Internationale Varianten: Visa Debit und Debit Mastercard
Neben der Girocard setzen immer mehr Banken auf internationale Debitkarten wie Visa Debit und Debit Mastercard. Diese Karten funktionieren weltweit überall dort, wo Visa oder Mastercard akzeptiert wird, und ersetzen zunehmend das auslaufende Maestro-System. Für Karteninhaber bieten sie den Vorteil globaler Akzeptanz bei gleichzeitig direkter Kontobelastung.
Niedrigere Gebühren für Händler
Debitkarten sind für Händler deutlich günstiger als Kreditkarten. Die EU-Interchange-Verordnung deckelt die Interchange-Gebühr für Debitkarten auf 0,2 % des Transaktionswerts, während Kreditkarten bei 0,3 % liegen. In der Praxis bedeutet das ein typisches Disagio von 0,25 % bis 0,95 % für Girocard und 0,8 % bis 1,5 % für internationale Debitkarten, verglichen mit 1,19 % bis 2,75 % bei Kreditkarten.
EU-Regulierung
Die 2015 eingeführte EU-Interchange-Verordnung hat die Gebühren für Debitkarten europaweit gedeckelt und sorgt für faire Wettbewerbsbedingungen. Diese Regulierung gilt für alle Vier-Parteien-Kartensysteme wie Visa und Mastercard, nicht jedoch für geschlossene Systeme wie American Express.

