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Wero
Wero ist eine europäische Zahlungslösung, die von der European Payments Initiative (EPI) entwickelt wurde. Sie ermöglicht Echtzeit-Überweisungen direkt zwischen Bankkonten – ohne Umweg über Kartennetzwerke wie Visa oder Mastercard. Wero ist der Nachfolger von Giropay und Kwitt und soll langfristig eine europäische Alternative zu internationalen Zahlungsanbietern werden.
Wie funktioniert Wero?
Wero basiert auf Instant SEPA Credit Transfers (Echtzeit-Überweisungen) und funktioniert so:
- Der Kunde öffnet die Banking-App seiner Bank oder die Wero-App
- Er scannt einen QR-Code, hält das Smartphone an das Terminal oder gibt die Handynummer/E-Mail des Empfängers ein
- Die Zahlung wird in Echtzeit (innerhalb von Sekunden) vom Konto des Kunden auf das Konto des Händlers übertragen
- Es gibt keine Zwischenstelle – das Geld fließt direkt von Bank zu Bank
Wero vs. Girocard
| Merkmal | Wero | Girocard |
|---|---|---|
| Technologie | Echtzeit-Überweisung | Kartenzahlung |
| Physische Karte nötig | Nein | Ja |
| Kontaktlos im Laden | Ja (QR/NFC) | Ja (NFC) |
| Online-Zahlung | Ja | Nein |
| Person-zu-Person | Ja | Nein |
| Internationaler Einsatz | EU-weit (geplant) | Nur Deutschland |
| Kartennetzwerk nötig | Nein | Nein (nationales System) |
Vorteile für Händler
- Niedrigere Gebühren: Da keine Kartennetzwerke beteiligt sind, entfallen Interchange- und Scheme-Gebühren
- Sofortige Gutschrift: Das Geld ist in Sekunden auf deinem Konto, nicht erst nach 1–3 Tagen
- Europäische Lösung: Keine Abhängigkeit von US-amerikanischen Kartennetzwerken
- Online und offline: Ein System für Laden, Webshop und Rechnungen
Verbreitung in Deutschland
Wero ist seit 2024 in Deutschland verfügbar und wird von den großen Bankengruppen unterstützt:
- Sparkassen: Integration in die Sparkassen-App
- Volksbanken/Raiffeisenbanken: Über die VR-Banking-App
- Deutsche Bank, Commerzbank, ING und weitere Privatbanken
Stand 2026 wird Wero primär für Person-zu-Person-Zahlungen genutzt. Die Ausweitung auf den stationären Handel und den Online-Handel läuft schrittweise.
Einschränkungen
- Noch geringe Verbreitung: Nicht alle Banken und Händler unterstützen Wero
- Keine Kreditfunktion: Anders als bei Kreditkarten gibt es kein Zahlungsziel
- Kein Chargeback-Schutz: Da es sich um Überweisungen handelt, gibt es kein standardisiertes Rückbuchungsverfahren wie bei Kartenzahlungen
- Gewöhnungseffekt: Kunden müssen sich an ein neues Zahlungsverfahren gewöhnen
Zukunft von Wero
Wero hat das Potenzial, den europäischen Zahlungsverkehr grundlegend zu verändern. Die Roadmap umfasst:
- Stationärer Handel: Kontaktloses Bezahlen per QR-Code und NFC
- Online-Handel: Integration als Zahlungsoption im Checkout
- Abo-Zahlungen: Wiederkehrende Zahlungen per Lastschrift-ähnlichem Verfahren
- EU-weite Expansion: Verfügbarkeit in allen SEPA-Ländern
Für Händler lohnt es sich, die Entwicklung zu beobachten. Ein Payment Service Provider, der Wero unterstützt, kann langfristig die Transaktionskosten deutlich senken.
