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Tokenisierung
Tokenisierung ist ein Sicherheitsverfahren im Zahlungsverkehr, bei dem sensible Kartendaten (wie die 16-stellige Kartennummer) durch eine zufällig generierte Zeichenfolge – den Token – ersetzt werden. Der Token hat keinen eigenen Wert und kann nur vom Zahlungsnetzwerk der echten Kartennummer zugeordnet werden.
Wie funktioniert Tokenisierung?
Der Tokenisierungsprozess läuft in mehreren Schritten ab:
- Der Kunde hinterlegt seine Karte bei einem Dienst (z. B. Apple Pay, Google Pay oder einem Online-Shop)
- Das Kartennetzwerk (Visa, Mastercard) generiert einen Token, der die echte Kartennummer ersetzt
- Der Token wird auf dem Gerät des Kunden oder beim Händler gespeichert
- Bei jeder Zahlung wird der Token zusammen mit einem einmaligen Kryptogramm übermittelt
- Das Kartennetzwerk entschlüsselt den Token und leitet die Zahlung mit der echten Kartennummer an die Bank weiter
Der Händler sieht zu keinem Zeitpunkt die echte Kartennummer.
Wo wird Tokenisierung eingesetzt?
Mobile Payment
Kontaktloses Bezahlen mit Apple Pay, Google Pay und Samsung Pay basiert vollständig auf Tokenisierung. Dein iPhone speichert nicht deine echte Kartennummer, sondern einen gerätegebundenen Token. Selbst bei Diebstahl des Geräts kann niemand deine Kartendaten auslesen.
Online-Handel
Online-Shops können über Tokenisierung Kartendaten für wiederkehrende Zahlungen speichern, ohne die echte Kartennummer zu sichern. Das vereinfacht die Einhaltung von PCI DSS, da tokenisierte Daten nicht als Kartendaten im Sinne des Standards gelten.
Abonnements und Recurring Payments
Wenn du ein Abo mit Kreditkarte bezahlst, speichert der Anbieter einen Token statt deiner Kartennummer. Wird deine Karte erneuert (z. B. nach Ablauf), aktualisiert das Kartennetzwerk den Token automatisch – du musst deine Daten nicht erneut eingeben.
Vorteile der Tokenisierung
- Höhere Sicherheit: Selbst bei einem Datenleck sind die gestohlenen Tokens wertlos
- PCI-DSS-Vereinfachung: Händler, die nur mit Tokens arbeiten, haben geringere Compliance-Anforderungen
- Bessere Kundenerfahrung: Automatische Kartenaktualisierung, kein erneutes Eingeben bei Kartenwechsel
- Weniger Betrug: Tokens sind geräte- oder händlergebunden und können nicht für andere Zwecke missbraucht werden
- Höhere Autorisierungsrate: Tokenisierte Transaktionen haben laut Visa eine 2–6 % höhere Genehmigungsquote
Tokenisierung vs. Verschlüsselung
| Merkmal | Tokenisierung | Verschlüsselung |
|---|---|---|
| Prinzip | Ersetzung durch zufälligen Token | Mathematische Umwandlung |
| Umkehrbar | Nur durch Token-Vault des Netzwerks | Mit dem richtigen Schlüssel |
| Datenleck-Risiko | Minimal (Token hat keinen Wert) | Risiko bei Schlüsselkompromittierung |
| PCI-DSS-Scope | Reduziert | Vollständig |
Relevanz für Händler
Als Händler profitierst du indirekt von Tokenisierung: Kunden, die mit Apple Pay oder Google Pay bezahlen, nutzen automatisch tokenisierte Zahlungen. Im Online-Handel kannst du über deinen Zahlungsdienstleister Token-basierte Lösungen einsetzen, um Kartendaten sicher zu speichern und den PCI-DSS-Aufwand zu minimieren.
